Lamanachwuchs im Naturwildpark Freisen

Seit einigen Wochen tummelt sich in kleines braunes Lamakind auf dem offenen Gelände des Naturwildparks.

Anfang September gebar das Lamaweibchen still und heimlich das süße kleine Fohlen. Nach anfänglicher Scheu, begleitet, das Fohlen, sowie Mutter und Vater die Tierpfleger auf Schritt und Tritt, sobald diese das Gelände des Parks betreten.

Lamas sind sehr zutrauliche und anhängliche Tiere und ihren schlechten Ruf, dass diese Tiere spucken, haben sie zu Unrecht. Die Tiere spucken nur, wenn sie sich bedroht fühlen und meist dies auch nur unter ihren Artgenossen.

Lamas stammen aus Südamerika uns sie wurden von den Menschen der Andenregionen als Lastentier und auch zur Fleischgewinnung genutzt.

Lamas sind eine Kamelunterart, die in den Hochebenen der Anden Südamerikas beheimatet sind, und mit den ebenfalls in Südamerika lebenden Alpakas, Guanakos und Vikunjas verwandt sind.

In der heutigen Industrie wird vor allem die Wolle des Alpakas zur Herstellung hochwertiger Polster und Stoffwaren verwendet.

Die beiden Lamastuten und der Hengst leben seit Anfang des Jahres 2008 im Naturwildpark Freisen, umso mehr freut sich das Team des Wildpark um den Nachwuchs der Lamas.

Die Öffnungszeiten sind von 10. 00 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit. Kassenschluss im Winter ist spätestens 18.00 Uhr

 

 

Stinkendes Findelkind im Naturwildpark Freisen

Ein Jahr ist es her, als im Naturwildpark Freisen ein Anruf einer besorgten Saarländerin einging.

Laut ihrer Aussage befände sich ein Stinktier auf ihrem Grundstück, Der Juniorchef Matthias Broszeit fuhr daraufhin skeptisch zu der Frau, und siehe da, es war tatsächlich ein Stinktier.

Herr Broszeit nahm kurzerhand das Stinktier mit nach Freisen und quartierte es dort erstmal ein.

Nun stand das Team des Naturwildparks vor einem Problem; Was macht man mit einem Stinktier? Nach langen Überlegungen beschlossen sie gemeinsam ein Gehege zubauen, und dem einsamen Tier noch etwas Gesellschaft zu besorgen.

Ein befreundeter Wildpark besorgte kurzerhand noch fünf weitere Stinktiere und übergab diese, dem Naturwildpark Freisen.

Nach sechswöchiger Bauzeit wurden zwei Gehege neu gebaut.

Am Samstag den 30. August sind die sechs Stinktiere in ihr neues Gehege eingezogen, Nach anfänglicher Scheue waren sie schon abends auf Erkundungstour in ihrem neuen Reich.

Das Findelstinktier,, das den Namen „George" hat, und die fünf anderen Tiere, die noch Namenlos sind, füllten sich auf Anhieb pudelwohl.

Namensvorschläge für die fünf Stinker" dürfen uns gerne zugesandt werden.

Patenschaften werden für die fünf Neuankömmlinge und auch noch für andere Tiere gesucht

Im zweiten Gehege, das direkt an das Stinktiergehege grenzt, und sich noch im Bau befindet, werden in nächster Zeit, Nasenbären ein neues zuhause finden.

Infos unter www.natur-wildpark.de oder Tel.: 06855 6365

Namensvorschläge auch per Post

Naturwildpark Freisen

Hermbachhof 1

66629 Freisen

E Mail: info@natur-wildpark.de

 

Das Team des Naturwildpark Freisen

Jugend schreibt für die FAZ über den Naturwildpark Freisen

Im Rahmen eines Wettbewerbes hat die Schülerin Marcela Lopez, die das  Birkenfelder Gymnasium besucht, einen "Wirtschaftlichen Lebenslauf" über den Naturwildpark verfasst und bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eingereicht.

Anna Marcela Lopez Datum: 02.12.07 (Gymnasium Birkenfeld)
 

Vom Hähnchenzuchtbetrieb zu einer der bedeutendsten Touristenattraktion im Raum Saar-Hunsrück

-         Lang und steinig war der Weg…  

Als Horst Broszeit im Jahre 1967 im saarländischen Bexbach seinen bescheidenen Hähnchenzuchtbetrieb mit einer Kälbermast erweiterte, hätte der Landwirt niemals zu träumen gewagt, dass er binnen 35 Jahren den populärsten Naturwildpark der Region Saar-Hunsrück aus eigener Hand erschaffen würde, der zudem das wirtschaftlich benachteiligte und strukturarme Gebiet zu einem durchaus attraktiven Touristenziel verhalf . Doch die Entwicklung zum international bekannten Naturwildpark verlief nicht ohne Komplikationen  und erforderte großen Mut zur Risikobereitschaft seitens des Landwirts und dessen Familie. Bis 1975 verweilte Horst Broszeit mit seiner Hähnchenzucht und Kälbermast in Bexbach, doch sah er sich gezwungen umzusiedeln, da Raum für eine Erweiterung des Kälbermastbetriebes schlichtweg nicht vorhanden war und sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt allmählich von einem solchen Betrieb belästigt fühlten. Da Herr Broszeit seinen Betrieb aber aus wirtschaftlichen Gründen neugliedern wollte, wagte er den Schritt und siedelte mit seinem Betrieb in das brachliegende Hermbachtal nach Freisen, welches unmittelbar an der Grenze zum rheinland-pfälzischen Rückweiler liegt. Dort begann dann 1976 der Bau zu einem der für damalige Verhältnisse größten Mastställe der Bundesrepublik Deutschland, der zugleich auch einer der modernsten war. Tatsächlich war er 1977 der modernste Kälbermastbetrieb der EWG. Der Maststall fasste eine Länge von etwa 60,50m und war 31,50m breit, sodass 714 Jungtiere Platz darin fanden. Heute liegt die Anzahl der Kälber jedoch bei 1200. Horst Broszeit war nun im Besitz einer Fläche von 133 Hektar Land, das immer noch für landwirtschaftliche Zwecke zur Verfügung stand. Aufgrund der schlechten Bodenqualität, die für den Anbau landwirtschaftlicher Nutzpflanzen nicht sonderlich geeignet war, entschied sich Broszeit einen weiteren Betriebszweig einzuschlagen, um diese große ihm zur Verfügung stehende Fläche sinnvoll zu nutzen. Er begann mit der Damwildhaltung, die ihm zum späteren Ruhm verhelfen sollte. Der Damwildbestand im Jahr 1977 betrug eine Zahl von 70 Tieren, heute beträgt diese über 500. Broszeit verstand, dass er mit dem Verkauf und Handel von Wildfleisch eine wahre Marktlücke gefunden hatte, denn die Nachfrage innerhalb Deutschland überbot das Angebot in dieser Zeit erheblich. Das Damwild wird auch in diesen Tagen noch, im Gegensatz zu den Kälbern, auf dem Hof geschlachtet und selbst vermarktet. Die Kälber werden, wenn sie ein Gewicht von rund 175 Kilogramm erreicht haben und somit schlachtreif sind, in die unterschiedlichsten Teile der Bundesrepublik abtransportiert um geschlachtet zu werden. Horst Broszeit war einer der ersten, der mit der Damwildzucht im Saarland begann und mit Wildfleischprodukten handelte. Somit erntete er bereits in kurzer Zeit beträchtliche Erfolge. Inzwischen verkauft er 600 bis 700 geschlachtete Damwildkörper an Supermärkte im Jahr. Über die Jahre 1976 bis zum Jahr 1999 erweiterte sich die Zahl der Wildtiere. Nun sind auch die Söhne von Horst und Elisabeth Broszeit samt ihren eigenen Familien in den Betrieb eingegliedert und unterstützen diesen tatkräftig. Sohn Mathias Broszeit (39), gelernter Metzger, leitet zum Beispiel das betriebseigene Schlachthaus und Jörg Broszeit (48), Landwirt, leitet die heutige Falknerei, die 2002 gegründet wurde und seltene Vogelarten, wie etwa einen Weißkopfseeadler, beherbergt. Man beschränkt sich nun auch nicht nur auf die Zucht von Damwild, sondern züchtet mittlerweile etwa 650 Stück Wild verschiedener Rassen, wie etwa Rot-, Dam- und Sikawild. Dass die Wildtierzucht die Menschen in großen Massen anlockt und touristische Reize ausübt, wird in den 1980ern deutlich. Die Wildtierzucht der Familie Broszeit entwickelte sich rasch zu einer regionalen Attraktion. Mitte der 80er Jahre entstand das Programm „Ferien auf dem Hermbachhof“, welches den Tourismus ankurbelte und somit schnell zu einem neuen wirtschaftlichen Standbein für die Familie Broszeit wurde. Es existieren für diesen Zweck zwei Ferienwohnungen. 1998 konnte nun endlich der Umbau zum Naturwildpark beginnen, denn schon lange verfolgte Horst Broszeit die Idee einen solchen Park zu gründen. Eingeweiht wurde der Park am Wochenende vom 31.Juli zum 1.August 1999. Zur Zeit konzentriert man sich sehr stark auf den Park, der auch immer mehr an Bedeutung gewinnt, doch die Kälbermast und die Wildtierzucht zwecks Fleischerzeugung sollen unbedingt weiter geführt werden. Auf 25 Hektar finden 600 verschieden seltene und gefährdete Tierarten Platz, die der Besucher des Wildparks auf einem 1,8km langen Rundweg hautnah erleben und füttern kann, da mindestens 400 dieser Tiere sich frei in dem Gehege bewegen und den Besucher durch den Park begleiten. Die Infotäfelchen am Wegesrand belehren außerdem die Besucher über die vorzufindende Tierart, sodass sich ein Besuch im Naturwildpark Freisen als äußerst informativ gestaltet. Schließlich kann man sich in der „Wildparkstube“, im Gastronomiebereich des Parks, mit köstlichen Gerichten aus der Wildtierzucht stärken. Hier gibt es auch einen Bauernmarkt, indem die Besucher nicht nur hofeigene Waren konsumieren können, da zahlreiche andere Produkte anderer Direktvermarkter aus der Region angeboten werden. „Mit der Eröffnung dieses Wildparks habe ich mir einen Traum verwirklicht!“, so spricht der Ende sechzigjährige Horst Broszeit. In der Tat gleicht sein Erfolg einem Traum, denn die Besucherzahlen sprechen eindeutig. Rund 50000- 60000 Menschen finden den Weg ins unbekannte Gebiet Saar-Hunsrück. Angelockt von diversen Veranstaltungen, wie etwa Mittelaltermärkte oder Ritterfeste, pilgern zahlreiche Menschen zu diesem Ort im schönen Hermbachtal. Selbst ein Reisebus mit 50 Kindern aus Tschernobyl fand hierher, was besonders deutlich macht, wie sehr der Naturwildpark den Fremdenverkehr fördert. Horst Broszeit und seine Familie haben es geschafft in der Landwirtschaft Fuß zu fassen und gleichzeitig erfolgreich zu sein, was vor allem nach den strengen Verordnungen der EU, wie etwa der Kälberhaltungsverordnung, für viele Landwirte äußerst schwierig wurde. Doch war es auch harte Arbeit diesen Traum zu verwirklichen. Nicht umsonst steht der Hermbachhof auf drei Standbeinen, die dessen Existenz sichern sollen!

Quellen:
- Zahlenmaterial und Fakten aus einem Pressemitteilungskatalog, der von der Familie Broszeit überreicht wurden (1967-2007)
- bestimmte Werte, Fakten und die Chronik des Parks wurden auf Nachfrage erhalten
- Informationen rund um den Wildpark auch auf der betriebseigenen Homepage zu finden: www.natur-wildpark.de